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Johannes Gutmann

Experte für Gemeinwohl-Ökonomie

Interview

Interview mit Johannes Gutmann, zu seinem Vortrag
"Kreislaufdenken als Wirtschaftskonzept der Zukunft"
 

Dieter C. Nass:
Herr Gutmann, Sie werden am Benchmarkday als Keynote Speaker und Experte im Open Space Workshop Ihre Erfahrungen und Zukunftsstrategien mit dem Auditorium teilen. Welche Einblicke und Inspirationen dürfen wir uns erwarten?

Johannes Gutmann:
Ich freue mich darauf aus dem Nähkästchen zu plaudern und darüber zu sprechen, was SONNENTOR einzigartig und zukunftsstark sein lässt.
Diesen Erfolg hat uns anfangs keiner zugetraut. Die Lage im Waldviertel – am Ende der Welt, der Handel mit Kräutern – keine Werthaltigkeit und kaum Wertschöpfung!

Dieter C. Nass:
Was macht SONNENTOR so anders und so erfolgreich?

Johannes Gutmann:
Wir leben die Gemeinwohl-Ökonomie, d.h. es geht nicht um Profit und Gewinnmaximierung, wobei die Mitarbeiter nur Rädchen sind die zu funktionieren haben und nur ein paar wenige, wie ein CEO oder Aktionäre wirklich davon profitieren. Es geht um Emotionen und um Nachhaltigkeit. Die Emotionen und die Begeisterung der Mitarbeiter, Partner und Kunden steigern die Wirtschaftskraft langfristig. Die gemeinsamen Werte, worauf die Emotionen aufbauen, sichern die Wertschöpfung nachhaltig.

Dieter C. Nass:
Was bedeutet das für den SONNENTOR Arbeitsalltag?

Johannes Gutmann:
Unsere Philosophie leben „gemeinsam aussäen, vermehren und teilen“. Kein unnötiger Druck, keine Zweifel und Unsicherheiten, denn nur wenn es dem Einzelnen gut geht, geht es allen gut. Wir müssen dabei transparent und messbar sein und nach Problemen und Herausforderungen suchen, um diese als unsere Chancen dann weiter zu denken.

Dieter C. Nass:
Was macht SONNENTOR stark für die Zukunft Herr Gutmann?

Johannes Gutmann:
Das gelebte Gemeinwohl ist die stärkste Gegenkraft zu den negativen Auswirkungen der Digitalisierung und der immer schneller werdenden Spirale der Entwicklungen und Veränderungen.

Dieter C. Nass:
Wie kommt man als Unternehmer dorthin?

Johannes Gutmann:
Man muss ins “Gefühl“, ins “Gschmeckerte“ kommen, man muss beginnen zu leben! Was ich darunter verstehe, werde ich versuchen am Benchmarkday zu vermitteln. Ich freue mich schon darauf!

Referenten Portrait

Vita

Alles begann damit, dass Johannes Gutmann Waldviertler war und es auch bleiben wollte. Der gängige Weg in den 80er Jahren - weg vom Land in Richtung Stadt - war so gar nicht seins. Im Gegenteil, Hannes wollte im Waldviertel arbeiten und leben.

Johannes war schon leidenschaftlicher Bio-Verfechter, als es das Wort "bio" noch gar nicht gab. In dern 80er-Jahren machte man sich allgemein um die Nahrung nicht so viele Gedanken - wo's herkommt, was drin ist oder die Anbauweise - "jo eh". Gutmann hatte jedoch so ein Gespür, dass der biologische der beste Weg für die Gesundheit, die Umwelt und unsere Zukunft ist. Und so hatte er eine zündende Idee.

Eine Idee, die weder mit offenen Armen noch Begeisterung aufgenommen wurde. Regionale Bio-Produkte zusammen unter einem Dach der lachenden Sonne - einem alten Waldviertler Symbol - vertreiben? Seine "Schnapsidee" wurde 1988 belächelt. Also zog der 23-jährige als Einmann-Unternehmen mit seinen Kräutern von Bauernmarkt zu Bauernmarkt, und wurde bald zum "bunten Hund". Neben den erstklassigen Bio-Produkten halfen ihm seine Markenzeichen - eine jahrzehntealte Lederhose und eine runde rote Brille - beim Durchbruch. Mittlerweile gehören rund 300 Bauern zur SONNENTOR Familie.

Expertise / Expertenwissen

Wenn's um wirtschaftlichen Erfolg geht, findet Joannes Gutmann, dass alle etwas davon haben sollten, und nicht nur ein paar wenige, wie ein CEO oder Aktionäre. Daher praktiziert er die Gemeinwohl-Ökonomie.

Johannes Gutmann ist kein Chef wie viele, und SONNENTOR auch keine Firma wie jede andere, bei der es um Profit und Gewinnmaximierung geht und bei der die Mitarbeiter nur Rädchen sind, die zu funktionieren haben. Leben und leben lassen, gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung, fruchtbare Kooperationen: das ist seine Philosophie.

"Wir können nicht die ganze Welt verändern, aber uns reicht auch schon ein Stück"

Sonnentor

Sonnentor wächst ständig, über sich und die Grenzen hinaus. Wer hätte sich das im Jahre 1988 gedacht, dass aus der belächelten Ein-Mann-Firma ein Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern weltweit werden würde? Schon lange hat Sonnentor nicht nur Bio-Kräuter und -Gewürze sondern auch andere Köstlichkeiten im Angebot: Tee, Kaffee, Kakao und feine Naschereien - momentan um die 900 Produkte.